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Intern
Lehrstuhl für Systematische Bildungswissenschaft

Veranstaltungen

Veranstaltungen des Lehrstuhls für Systematische Bildungswissenschaft im Wintersemester 2019/2020

Seminare

Carina Odenbreit

Thema: Grundlagen der interkulturellen und rassismuskritischen Bildungsarbeit

Kurzbeschreibung: In diesem Seminar werden zunächst grundlegende Begriffe und Konzepte der interkulturellen Bildung umrissen. Wie können Kultur und damit Interkulturalität gefasst werden? Welche Anforderungen stellen sich ausgehend von diesen Grundlagen an interkulturelle Kompetenz? Aufbauend darauf und in Anknüpfung an den Begriff der Fremdheit wird sich in der zweiten Hälfte des Seminars vertieft mit Rassismus auseinandergesetzt und es werden Ansätze einer rassismuskritischen Bildungsarbeit reflektiert.

Termin: Mittwochs, 16-18 Uhr

Gruppe 1: Jan-Philipp Schäfer

Thema: Der Mensch, ein Fremder in der Welt

Kurzbeschreibung: ‚Der Mensch ist weltfremd’, lautet eine der zentralen Thesen des Philosophen Günther Anders. Damit meint er nicht etwa eine philosophische Verträumtheit oder Naivität, die an der gesellschaftlichen Realität vorbeigeht, sondern eine anthropologische Tatsache. Im Seminar werden wir zunächst die These vom weltfremden Menschen diskutieren, um anschließend den Begriff der Fremdheit unter verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Was bedeutet das Fremde für das Eigene und wie kann es sein, dass Fremdsein grundsätzlich zum Menschsein dazugehört? Sind wir etwa nicht ‚Herr im eigenen Haus’? Wie können pädagogische Umgangsformen aussehen, die das Fremde weder ausgrenzen, noch bloß aneignen oder unterdrücken wollen?

Termin: Donnerstags, 14-16 Uhr

 

Gruppe 2 und 3: Carina Odenbreit

Thema: Gender, Feminismus & Intersektionalität

Kurzbeschreibung: In diesem Seminar werden wir uns mit grundlegenden Schriften des feministischen Diskurses sowie der Gender Studies auseinandersetzen. Leitend ist dabei die Frage, inwiefern sich Geschlechterkonstruktionen auf gesellschaftliche (Macht-)Verhältnisse und symbolische Ordnungen auswirken. Unter dieser Perspektive zeigt sich, dass ein ernstgemeinter und intersektionaler Feminismus sich nicht nur auf die Gleichstellung der (weißen) Frau beschränkt, sondern nichts Geringeres als die Gleichberechtigung und Selbstbestimmung aller Menschen jeden Geschlechts verhandelt.

Termine: Donnerstags, 10-12 Uhr und 16-18 Uhr

 

Gruppe 4: Hans-Joachim Petsch

Thema: Soziale und kulturelle Heterogenität

Kurzbeschreibung: Heterogenität (= Verschiedenartigkeit) ist neben Diversity und Pluralität ein wichtiges Kennzeichen unserer Gesellschaft. Verschiedenheit und Vielfalt statt Uniformität! „Kultur ist bunt!“ Heterogenität prägt unser soziales und kulturelles Leben. Das fordert (nicht nur) unsere Lernbereitschaft heraus. Da geht es um den Abbau vertrauter Vorurteile, um Offenheit und Toleranz für (scheinbar) Fremdes.
Welche Chancen, Herausforderungen und Probleme sind mit sozialer und kultureller Heterogenität verbunden? Unter dieser Leitfrage schauen wir uns in der aktuellen Medienlandschaft und der Belletristik um. Wir befragen dazu Erziehungswissenschaft, Soziologie und Sozialpsychologie im Blick  auf interkulturelles Lernen und den Umgang mit Stereotypen.

Termin: Montags, 10-12 Uhr

 

Gruppe 5: Martin Ladach

Thema: Bildung für nachhaltige Entwicklung

Kurzbeschreibung: Mindestens seit 2005 beschäftigt sich auch die Pädagogik intensiv mit Nachhaltigkeitsfragen (Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005-2014)) und anschließendes Weltaktionsprogramm der Vereinten Nationen „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2015-2019); die theoretischen Vorläufer, deren bekannteste vermutlich die Umweltbildung ist, reichen zurück bis in die Romantik.
Das Seminar lädt die Studierenden auf einen Streifzug durch die Konzeptlandschaft von damals bis heute ein. Neben den pädagogischen Fragestellungen werden gesamtgesellschaftliche und ökologische Ausgangslagen thematisiert. Abgeleitet daraus suchen wir nach sinnvollen (pädagogischen) Umgangsweisen mit der nicht-nachhaltigen Lebensweise westlicher Gesellschaften.

Termin: Blockveranstaltung im Dezember 2019

 

Gruppe 6: Andreas Rauh

Thema: Ästhetische Empfindungen

Kurzbeschreibung: Was hat die Ästhetik der Alltagskultur, was hat unsere alltägliche Praxis im Umgang mit Kunst mit den emphatischen und komplexen ästhetischen Theorien vergangener Epochen zu tun? Wie fremd sind uns ästhetische Empfindungen wie das Schöne, das Erhabene oder das Anmutige? Diese Fragen werden wir aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Wir testen, inwiefern Geschmacksfragen subjektiv sind, ob Ästhetik wissenschaftlich gleich gültig oder gar gleichgültig ist und nicht zuletzt wie ästhetisches Empfinden in aktuellen Theorien verortet wird.

Termin: Donnerstags, 12-14 Uhr

 

Gruppe 7 und 8: Max Gröschner

Thema: Normalisierung statt Heterogenität?

Kurzbeschreibung: Gegenwärtig werden in der Pädagogik mit dem Verweis auf das Stichwort Heterogenität (griech. „Verschiedenartigkeit“) Fragen des Umgangs mit struktureller Bildungsungleichheit, Multikulturalität, Mehrsprachigkeit, Gleichberechtigung oder Inklusion fokussiert. Im Gegensatz dazu wird in diesem Seminar der These nachgegangen, dass Diskussionen über den Umgang mit Heterogenität zunächst vor allem Normalisierungspraktiken in pädagogischen Anwendungsfeldern sichtbar machen müssen. Nur unter einer reflexiv-kritischen Thematisierung von Praktiken der Normalisierung können Diskussionen über den Umgang mit Heterogenität fruchtbar sein. Ausgehend von dieser These werden wir in diesem Seminar den Begriff der Normalisierung erschließen, die Rolle der Pädagogik im Ensemble von Normalisierungspraktiken diskutieren sowie uns deren kritischen Analyse zuwenden.

Termine: Dienstags, 16-18 Uhr und Mittwochs, 16-18 Uhr

Maren Schüll

Thema: Kultur als pädagogisches Praxis- und Arbeitsfeld

Kurzbeschreibung: Kulturmanagement – Wie lassen sich Rahmenbedingungen für kulturelle Aktivitäten schaffen?
Auch soziale Institutionen mit gesellschaftspolitischem Auftrag sowie Kultureinrichtungen, öffentliche Kulturbetriebe oder Kulturprojekte, unterstehen dem Gebot der Professionalisierung und müssen sich den Herausforderungen von limitierten finanziellen Möglichkeiten stellen.
Das Seminar sucht Antworten auf die Frage, wie nicht nur gewinnorientierte Unternehmen, sondern auch solche Non-Profit-Organisationen ihr Publikum erreichen, sich finanzieren und zielorientiert steuern können. Im Seminar sollen verschiedene Techniken an der Schnittstelle von Kultur, Wirtschaft und Politik erarbeitet werden, die es erlauben, auch Projekte sowie Einrichtungen im öffentlichen, sozial orientierten und gemeinnützigen Kontext zu organisieren und zu gestalten. In der dazugehörigen Übung werden diese Kenntnisse anhand von Fallbeispielen in die Praxis übersetzt.
Im Seminar und der dazugehörigen Übung sind neben den Masterstudierenden alle Interessierten willkommen.

Termin: Donnerstags, 14-18 Uhr alle zwei Wochen

Andreas Dörpinghaus

Thema: Kulturtheorie

Kurzbeschreibung: Kulturtheoretische Reflexionen im Grenzbereich von Kultur und Bildung. Ausgehend von der Frage nach Bestimmungen und Beschreibungen, die unsere Vorstellung von Kultur bis heute prägen, werden wir uns im Seminar zentralen Standpunkten kulturtheoretischer Reflexionen zuwenden. Im Vordergrund stehen dabei die Lektüre klassischer Texte der Kulturtheorie an der Schnittstelle von Kultur und Bildung sowie die Auseinandersetzung mit den Bereichen kultureller Bildung und Kulturpädagogik.

Termin: Dienstags, 14-16 Uhr

Wiebke Degler

Thema: Der Bildungsbegriff in „Bildung für nachhaltige Entwicklung“

Kurzbeschreibung: Die Forderungen nach einer alle Bildungsbereiche umfassenden „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (Bne) wird gegenwärtig immer lauter. SDGs, Gestaltungskompetenz, Zukunftswerkstatt: obwohl (oder gerade weil) Bne in Zielen, Inhalten und Methoden oft als Konsens dargestellt wird, ist eine Hinterfragung angebracht. Gerade die Position des Bildungsbegriffs im Bne-Konzept ist bei Pädagog*innen umstritten. Instrumentalisierend und die Möglichkeiten von Bildung überschätzend, so lautet beispielsweise die Kritik. Im Seminar soll daher die Frage gestellt werden, welche Bildung für nachhaltige Entwicklung einem zukunftsfähigen, guten Leben gerecht wird. Nicht zuletzt werden dabei auch die Ziele des Bne-Konzeptes und das dahinterliegende Mensch-Natur-Verhältnis in die Diskussion geraten. Interdisziplinär nähern wir uns mit Perspektiven aus Ökologie, Psychologie, Soziologie, Pädagogik, Kommunikation, Ethik und Nachhaltiger Entwicklung. Mit Planspiel und Exkursionen machen wir uns immer wieder auch praktisch auf den Weg der Erkundung.

Termine: Mittwochs, 10-12 Uhr und 14-16 Uhr